"Eigentlich ist jeder Tag ein Muttertag."

Am 13. Mai ist Muttertag – der Tag, an dem wir unseren Mamas endlich einmal Danke sagen können. Danke dafür, dass sie so viel mehr sind als „bloß“ unsere Erzeugerinnen. Sie sind unser Antrieb, wenn wir morgens am liebsten die Decke über den Kopf ziehen würden. Sie sind unsere starke Schulter, wenn wir uns nach einem langen Tag anlehnen müssen. Sie sind unsere persönlichen Sekretärinnen, die stets den Überblick behalten, wenn in unseren Köpfen Chaos herrscht. Wenn wir im Dunkeln tappen, sind sie diejenigen, die das Licht am Ende des Tunnels sehen. Im Gewitter sind sie unsere Blitzableiter, bei Sonnenschein unsere Schirme, damit wir uns im Höhenflug nicht verbrennen. Sie sind unsere Beschützerinnen, die nachts wach liegen bis wir sicher zu Hause sind. Sie sind unsere ehrlichsten Freundinnen, auch wenn wir die Wahrheit nicht hören wollen. Sie hüten unsere Geheimnisse, sie lachen und weinen mit uns. Sie sind stark, wenn wir schwach sind. Sie sind immer für uns da. Aber sagen wir ihnen das oft genug?

Für Marlene ist ihre Mama gleichzeitig ihre beste Freundin, ihre engste Vertrauensperson, mit der sie über alles reden kann. Sie ist ihre erste Anlaufstelle bei Kummer und Sorgen, diejenige, die immer einen Rat weiß, wenn Marlene ratlos ist: „Ich kann mit allem zu ihr kommen und sie hat eine Lösung parat.“ Doch leider gibt es Situationen, in denen auch die beste Mama der Welt machtlos ist. Diese schmerzhafte Erfahrung musste Marlene im April 2017 machen, als ihr ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert wurde. Ein Schock – für sie selbst, die gerade ihr Abitur machen wollte, für ihre Freunde und Familie, insbesondere für ihre Mama, die schon ihre eigene Mutter an Brustkrebs verlor. Dennoch ist es dieser Schicksalsschlag, der das Band zwischen Marlene und ihrer Mama noch enger knüpft: „Wenn man sich nicht gut fühlt, braucht man die Nähe seiner Mama einfach. Sobald sie da ist, geht es mir besser.“ Sie ist es, die Marlene die Liebe und Geborgenheit schenkt, die sie zur Genesung benötigt. Sie ist es, die ihr Zuversicht lehrt, bei der sie Mut und Kraft für den oft kräftezehrenden Weg durch ihre Krankheit sammeln kann.

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So war auch der Besuch ihrer Mama während Marlenes siebenwöchiger Bestrahlungs- und Chemotherapie in Essen viel mehr als nur ein netter Zeitvertreib. Es waren Tage der Entspannung, Tage, an denen sie einfach ein unbeschwertes Mädchen sein konnte, das mit ihrer Mama durch die Stadt bummelt, Tage, an die sie sich gerne zurückerinnert. „Meine Mama ist gerade jetzt eine große Stütze für mich. Sie macht mich stärker.“ Marlene bewundert ihren Lebensmut, ihre Willenskraft und die Fähigkeit, all das zu schaffen, was sie sich vornimmt. Ihre Mama ist ihr großes Vorbild, zu dem sie aufsieht, von dem sie lernt und in dessen Fußstapfen sie gerne wandelt: „Sie ist meine Supermama, meine persönliche Heldin!“

Es sind diese wundervollen Komplimente, die wir unseren Mamas viel zu selten machen. Worte, die nicht nur Hülsen sind, sondern das ausdrücken, was wir tief in unseren Herzen tragen. Und vielleicht ist der Muttertag die Gelegenheit, sie endlich einmal auszusprechen, auch wenn Marlene keinen Hehl daraus macht, dass sie selbst dafür kein spezifisches Datum braucht: „Bei uns ist eigentlich jeder Tag ein Muttertag. Ich sage meiner Mama auch so danke für alles.“ Gerne würde sie aber mit ihrer Mama mal wieder einen Tag im Stall bei den Pferden und auf einem ausschweifenden Ausritt verbringen, anschließend shoppen gehen und den Abend mit einem Saunagang beschließen: „Einfach mal wieder gemeinsam die Seele baumeln lassen, das wäre schön.“

Und wie sieht euer perfekter Mutter-Tochter-Tag aus? Womit könnt ihr euren Mamas eine Freude machen? Natürlich brauchen wir keinen offiziellen Muttertag, um unsere Dankbarkeit zu artikulieren. Aber seien wir mal ehrlich: Wie oft nehmen wir uns vor, mal wieder etwas Zeit mit unseren Mamas zu verbringen, und schieben es dann doch wieder auf, weil die beste Freundin anruft, der Freund vorbeikommt, uns die Arbeit über den Kopf wächst oder wir einfach mal unsere Ruhe haben wollen? Der Muttertag ist unsere Gelegenheit, diese Aufschieberei zu beenden. Ein Tag, den wir unseren Mamas schenken, an dem wir ihnen mit einer kleinen Aufmerksamkeit unsere Liebe und Verbundenheit zeigen können. Ein Tag, um endlich mal Danke zu sagen.


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