Krebs verändert: Melou x DKMS LIFE

Mama hatte mich im Arm als sie sagte: „Nicht erschrecken, wenn Oma gleich kommt. Ihre Haare sind alle ausgefallen.“ Als Fünfjährige verstand ich natürlich zunächst einmal nur Bahnhof. Warum sollte Oma auf einmal keine Haare mehr haben? Als meine Oma dann das Wohnzimmer betrat, verstand ich meine Mutter immer noch nicht. Oma hatte doch Haare, nur eine andere Frisur als sonst. Ein frischer, frecher Bob schmückte nun ihr Gesicht – was meinte meine Mutter also?
Als meine Oma sich dann in ihren Bob fasste und ihn sich einfach vom Kopf zog, verstand ich meine Mutter. Mit großen Augen begutachtete ich meine Oma, die tatsächlich keine Haare mehr auf ihrem Kopf hatte, sondern eine Glatze. Ich hatte noch nie eine Frau mit Glatze gesehen und fasziniert streichelte ich über den Kopf meiner Oma. Ihre Haut war so unglaublich weich, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte, ihren Kopf zu streicheln.
Plötzlich fingen alle Erwachsenen an zu lachen und auch ich löste meinen Blick von der Glatze meiner Oma. Mitten im Wohnzimmer stand meine kleine Schwester, die sich die Perücke meiner Oma geschnappt und auf ihren Kopf gesetzt hatte. Die Perücke war ihr natürlich viel zu groß, sodass sie kaum noch sehen konnte. Durch das Lachen der Erwachsenen angesteckt, prusteten nun auch meine Schwester und ich los.
Diese erste Begegnung mit dem Thema Krebs, hat sich tief in mein Gedächtnis gebrannt. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, sehe ich direkt meine Schwester als kleines Haarmonster vor meinen Augen und mir wird bewusst, dass ich eigentlich gar nicht wusste, was es wirklich bedeutet, Krebs zu haben.

Das änderte sich dann nach einigen Jahren, als auch die Tochter meiner Oma an Brustkrebs erkrankte. Dieses Mal war es aber anders: Meine Oma strahlte immer eine gewisse Leichtigkeit aus, durch die man nie das Gefühl hatte, dass sie wirklich krank ist. Meine Tante konnte das nicht. Ihr Brustkrebs war so aggressiv, dass ihr die Krankheit sehr schnell ins Gesicht geschrieben stand und sie qualvolle Schmerzen erleiden musste. Ein Jahr hatte sie dann nur noch, bevor sie den Kampf gegen den Krebs verlor.
Als ich mich kurz vor ihrem Tod bei ihr verabschiedete, wusste ich, was es bedeutet Krebs zu haben. Ich wusste, dass ich sie nie wiedersehen würde, dass Krebs ein Arschloch ist und empfand die Welt um mich herum als wahnsinnig ungerecht.

Jeder von uns hatte wahrscheinlich schon in irgendeiner Form Berührungspunkte mit Krebs. Mich und meine Familie haben die beiden Schicksale meiner Oma und meiner Tante sehr geprägt, denn Krebs verändert. Er bringt viel Schlechtes mit sich, lässt Familien aber auch zusammenwachsen. Ich habe in der Zeit auf jeden Fall gelernt, was es heißt für einander da zu sein. Unser Leben drehte sich auf einmal nicht mehr um Klavierunterricht oder das Hockeytraining, sondern um Arzttermine und Krankenhausbesuche und das fühlte sich richtig an. Wir haben zusammen als Familie gekämpft, hielten zusammen und waren stark, auch wenn wir den Kampf letzten Endes verloren haben.

Ich muss mir selber nichts vormachen, Brustkrebs liegt in unserer Familie und es könnte auch mich irgendwann treffen. Als ich bei meinem letzten Frauenarztbesuch als Risikopatient eingestuft wurde, ist mir dies wieder einmal schmerzlich bewusst gemacht worden. Aber genau deswegen ist es wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zugehen und alles durchchecken zu lassen. Denn wenn Brustkrebs frühzeitig entdeckt und behandelt wird, gibt es eine reelle Chance auf Heilung oder zumindest auf viele schöne Jahre, in denen man dem Krebs Paroli bietet.

Doch stark zu bleiben, Mut zu schöpfen wenn sich der eigene Körper verändert ist manchmal gar nicht so einfach. Wenn einem alle Haare ausfallen, fällt es nicht immer leicht sich weiterhin wohl in seinem Körper und weiblich zu fühlen.
Genau deswegen liegt uns die DKMS LIFE mit ihrem Patientenprogramm #lookgoodfeelbetter so am Herzen. In Schminkseminaren wird krebskranken Frauen gezeigt, wie sie sich auch ohne Haare wieder attraktiv und schön fühlen können. Sie schöpfen aus dem Seminar neuen Mut und Kraft, um weiterzukämpfen und sich dem Krebs zu stellen.

Da auch wir von Melou dem Krebs Paroli bieten wollen, finden wir dieses Programm sehr unterstützungswert und haben im Zuge des Brustkrebsoktobers ein „DKMS LIFE Wunscharmband“ kreiert. Pro verkauftem Armband spenden wir 4,00€ an die DKMS LIFE, um weitere Seminare der #lookgoodfeelbetter Kampagne ermöglichen zu können. Das Armband ist den ganzen Oktober in unserem Onlineshop erhältlich und wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn ihr als #meloufamily uns bei unserem Vorhaben unterstützen würdet – nicht nur Krebs verändert, auch ihr könnt Verändern!

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