Geposted am von Leonie Krampe

Als ich 16 Jahre alt war und mich im Januar gerade frisch von meinem Freund getrennt hatte, verursachte mir schon der Gedanke an den Valentinstag Bauchschmerzen. Ein Tag, an dem es überall von verliebten Paaren nur so wimmelt, die ihre Liebe offen zur Schau stellen - gibt es etwas schlimmeres, für einen frisch gebackenen Single? Also versteckte ich mich an diesem 14. Februar in meinem Zimmer und wartete darauf, dass der Tag möglichst rasch vorbei gehen würde.

Vermutlich hätte ich den gesamten Tag im Bett verbracht, wenn es nicht gegen 16 Uhr plötzlich an der Tür geklingelt hätte. Davor stand Luisa, meine beste Freundin, die ich jedoch auf Grund des riesigen Blumenstraußes, den sie in der Hand hielt, kaum erkennen konnte. Mit den Worten: „Genug getrauert – wir feiern jetzt zusammen Valentinstag! Wer sagt denn, dass man dafür einen Mann braucht?" drängte sie sich fest entschlossen an mir vorbei in die Küche. Bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte, hatte sie bereits eine Vase für die Blumen gefunden und begann ihre riesige, mitgebrachte Tasche auszupacken. Zum Vorschein kamen alle Zutaten für mein Lieblingsgericht, diverse Süßigkeiten, eine große Packung Schokoladeneis und einige DVDs. Als letztes zog Luisa ein dünnes selbst gehäkeltes Armband aus ihrer Tasche. „Eins für dich uns eins für mich. Als Zeichen unserer Freundschaft – die ist nämlich besser als jede Beziehung es je sein könnte!“ An diesem Tag entstand eine ganz besondere Tradition zwischen Luisa und mir: Wir verbrachten jedes Jahr den Valentinstag zusammen und feierten unsere Freundschaft mit lauter gutem Essen, unseren liebsten Filmen und manchmal sogar mit kleinen Geschenken, die wir einander machten.

 

 

Über die Jahre haben sich nur zwei Dinge an diesem Ritual geändert: Zum einen haben wir das Datum angepasst. Inzwischen sind wir beide wieder in festen Händen und wollten den Valentinstag natürlich irgendwann auch wieder mit unseren jeweiligen Partnern verbringen. Da Luisa und ich unseren „Tag der Freundschaft“ aber nicht aufgeben wollten, haben wir ihn kurzerhand einen Tag vorverlegt und feiern ihn nun jedes Jahr am 13.Februar. Inspiriert wurden wir dabei von der Serie „Parks and Recreations“, in der die Protagonistin einen ganz ähnlichen Einfall wie wir hatte und diesem Tag sogar einen Namen gab: Galentine’s Day. Wie in der Serie erklärt wird, soll der Galentine’s Day den Valentinstag keinesfalls ersetzen. Er ist vielmehr ein Tag, an dem wir eine weitere wichtige Beziehung in unserem Leben feiern, die ganz unabhängig von der zum jeweiligen Partner besteht: Die zu unseren besten Freundinnen. Ein Gedanke, den Luisa und ich beide sehr schön und passend fanden. Denn über die Jahre habe ich gelernt, dass es ganz viele verschiedene Arten von Liebe gibt und keine davon mit der Anderen vergleichbar ist. Aus genau diesem Grund feiere ich sowohl den Valentinstag als auch den Galentine’s Day aus voller Überzeugung.

Zum anderen haben wir unser selbst gehäkeltes Armband im letzten Jahr gegen eines von Melous Wunscharmbändern eingetauscht. Da die selbstgemachte Variante über die Jahre natürlich etwas verblasst ist, musste einfach irgendwann eine hochwertigere Alternative her. Wie ich euch im letzten Blogpost ja schon erzählt habe, trage ich bereits ein Wunscharmband mit einem „T“ für meinen Freund. Mein zweites Wunscharmband hat daher den Buchstaben „L“ eingraviert. Ich trage beide Wunscharmbänder am gleichen Handgelenk. Sie erinnern mich stets an meine beiden Lieblingsmenschen. Jeder von ihnen hat seinen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und aus diesem Grund haben auch beide einen eigenen Tag und ein eigenes Armband verdient.